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eine Frau mit türkisem Trägertop sitz am Strand und meditiert, mit dem Rücken zur Kamera, im Hintergrund sieht man das Meer, die Wellen schlagen ans Ufer

    ÖSG-Jahrestagung: Strukturkritik und Methodenvielfalt

    „Schmerz ist immer ein komplexes Geschehen“, sagt Univ.-Prof. Dr. Wilhelm Eisner, einer der diesjährigen Kongresspräsidenten. „Von Geburtsschmerzen angefangen, wo der Schmerz aus einer unangenehmen physischen und einer positiven psychischen Wahrnehmung besteht, bis hin zum rein destruktiven Schmerz einer Gewaltverletzung müssen Schmerzmediziner alles abdecken“. Entsprechend vielfältig war das Programm der 25. Jahrestagung der ÖSG, die vom 11. bis zum 13. Mai in Zell am See abgehalten wurde. Unter den neuen Themen fand sich auch die Musiktherapie, der sich Kongresspräsident Univ.-Prof. Dr. Günther Bernatzky intensiv widmete.

    Während führende Schmerzexperten auf der einen Seite die unhaltbaren Versorgungsdefizite in Sachen Schmerzmedizin kritisieren – etwa dass für drei Viertel der rund 1,5 Millionen Patienten mit chronischen Schmerzen keine schmerzambulante Versorgung zur Verfügung steht – stellten sie auf der anderen Seite eine stets breiter werdende Palette medizinischer Interventionsmöglichkeiten vor. Das reicht von nichtmedikamentösen Ansätzen wie der Musiktherapie bis hin zu hochkomplexen Behandlungsregimen für besonders problematische Patientengruppen wie etwa drogenabhängige Patienten.

    In der Behandlung von chronischen Schmerzen haben nichtmedikamentöse Verfahren wie die Musiktherapie eine häufig unterschätzte Bedeutung. Gerade diese nichtmedikamentösen Therapien in der Schmerzbehandlung waren Schwerpunkt der ÖSG-Tagung. Wie Studien zeigen, setzt Musik beispielsweise einen heilsamen Hormon-Cocktail im Körper frei, der Schmerzen lindern und das Wohlbefinden steigern kann.