
Psychische Faktoren können im Zusammenhang mit Schmerzen eine bedeutsame Rolle spielen: Chronische Schmerzen können Folgen von Erfahrungen und Erlebnissen sein, oder der Ausdruck von Konflikten oder seelischen Belastungen. Es kann auch der Kreislauf Angst - Schmerz - Verspannung die Schmerzen aufrecht erhalten oder verstärken. Die verschiedenen Formen der Psychotherapie, Atemtherapien und Entspannungstechniken können z.B. über den Abbau von Spannungen zur Schmerzlinderung beitragen und Schmerz-Patienten zum Beispiel dabei helfen, einen besseren Umgang mit ihren Schmerzen zu finden.
Über das Erleben des Atmens soll das vegetative Nervensystem, sollen psychische Vorgänge beeinflusst werden. Die Konzentration auf die Atmung kann beruhigen, Spannungen und Ängste lösen und vom Schmerz ablenken. Die häufig berichtete Wirksamkeit der Atemtherapie gegen Schmerzen wurde allerdings wissenschaftlich noch nicht systematisch untersucht. Atemtherapien müssen von darin ausgebildeten Therapeuten durchgeführt werden, die behandelte Menschen notfalls auch dabei unterstützen können, die durch das therapeutische Atmen ausgelösten Krisen zu bewältigen.
Eine Reihe von Entspannungstechniken will über Autosuggestion oder über Körperübungen Verspannungen abbauen und insgesamt das Wohlbefinden steigern. Der Kreislauf von Schmerz und Verspannung, in den Schmerzpatienten oft geraten, kann in vielen Fällen mit Hilfe eines systematischen Entspannungstrainings durchbrochen werden. Weil Trainierende individuell unterschiedlich stark auf die verschiedenen Entspannungsmethoden reagieren, kann es vorkommen, dass die erste gewählte Methode nicht die »passende« ist. Entspannungstechniken sollten bei darin ausgebildeten Trainern erlernt werden, nicht aus Büchern oder TV-Sendungen. Dadurch können Trainingsfehler korrigiert werden, bevor sie sich verfestigen, und eventuelle aufbrechende Emotionen gemeinsam mit dem Therapeuten bearbeitet werden. Anschließend können diese Techniken selbstständig durchgeführt werden. Entspannungstechniken sollten von Menschen mit schweren Depressionen oder Psychosen nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt angewendet werden: Bei nicht sachgemäßer Anwendung kann unter Umständen eine psychische Krise ausgelöst werden kann.
Dieses Verfahren zur Selbstentspannung beruht auf der Konzentration auf autosuggestive Formeln. Damit kann die Funktion von Organen angeregt oder verlangsamt werden, die ansonsten nicht durch den Willen beeinflusst werden können. In der »Unterstufe« des Autogenen Trainngs wird unter anderem das Empfinden von Schwere, Wärme, Kühle, Atmung und Herztätigkeit trainiert. In der »Oberstufe« wird psychotherapeutische Arbeit angestrebt. Diese Entspannungstechnik kann in Gruppen oder Einzelstunden erlernt und parallel dazu und anschließend selbstständig trainiert werden.
Bei dieser computergestützten Entspannungstechnik werden mit Hilfe elektronischer Sensoren die Atmung, der Blutdruck, die Gehirnströme, der Hautwiderstand, die Herzfrequenz oder die Muskelspannung gemessen. Die Messergebnisse werden in optische Signale – zum Beiepiel auf einem Monitor – oder akustische Signale umgesetzt, damit die Körperfunktionen und ihre Veränderung unmittelbar wahrgenommen werden können. Anschließend soll erlernt werden, diese Körperfunktionen selbstständig ohne das Gerät zu beeinflussen. Diese bewusste Kontrolle soll schließlich zu einem tiefen Entspannungsgefühl führen. Untersuchungen zeigen, dass Biofeedback und Progressive Muskelentspannung (PMR) nach Jacobson die erfolgreichsten nicht-medikamentösen Behandlungen von Spannungskopfschmerzen und Migräne sind. Es spricht viel dafür, dass diese Techniken bei Low Back Pain ("Kreuzschmerz") wohl genau so wirksam sind. Biofeedback sollte von einem darin geschulten Therapeuten erlernt werden. Häufig bewährt es sich anschließend – ohne die aufwendigen Apparate – mittels progressiver Muskelentspannung nach Jacobsen weiter zu trainieren.
Die vom US-amerikanischen Arzt Edmund Jacobson entwickelte Entspannungstechnik beruht auf einem bewussten Wechsel zwischen Anspannung und Lockerung von Muskelgruppen. Letztlich soll der ganze Körper angespannt und entspannt werden können, wobei ein intensives körperliches und psychisches Entspannungsgefühl angestrebt wird. Untersuchungen zeigen, dass die Progressive Muskelentspannung und Biofeedback die erfolgreichsten nicht-medikamentösen Behandlungen von Spannungskopfschmerzen und Migräne sind. Es spricht viel dafür, dass diese Techniken bei Low Back Pain ("Kreuzschmerz") wohl genau so wirksam sind. Die Progressive Muskelentspannung wird in Gruppen oder Einzelstunden erlernt und sollte parallel dazu und anschließend selbstständig trainiert werden.
Der aus Indien stammende Yoga besteht unter anderem aus Meditationstechniken und versteht sich, nebst spirituellen Bezügen, auch als ein umfassendes Gesundheitsprogramm, in dessen Mittelpunkt die Körperstellung, die Atemkontrolle und die Vorstellung einer innerlichen Reinigung stehen. Im Westen wird Yoga in zahlreichen Varianten eingesetzt, die sich oft auf Atem- und Körperübungen beschränken, bei psychosomatischen Beschwerden.
In hypnotischem Zustand sollen der Bewusstseinszustand und die Aufmerksamkeit gelenkt, Angst und Unruhe abgebaut, Schmerzen gelindert, der Blutdruck gesenkt sowie Atem, Puls, Kreislauf und Stoffwechsel verlangsamt werden. Eingeleitet werden solche Zustände meistens, indem die hypnotisierte Person den Blick über längere Zeit auf einen Punkt fixiert. Musik oder der regelmäßige Takt eines Metronoms können zur Entspannung beitragen. Oft versuchen die Therapeuten auch, formelhafte Sätze im Unterbewusstsein der Behandelten zu verankern oder ihnen therapeutisch sinnvolle Aufträge zu geben. Am Ende der Sitzung wird der tranceartige Zustand wieder beendet. Während eines hypnotischen Zustandes können schmerzhafte und traumatische Erinnerungen oder Gefühle auftauchen, die zu psychischen Krisen führen können. Eine Hypnotherapie sollte deshalb nur von darin geschulten Therapeuten durchgeführt werden, die auch in der Lage sind, möglicherweise auftretende emotionelle Krisen zu bearbeiten. Patienten, die an schweren Depressionen, Psychosen oder Zwangsneurosen leiden, sollten eine Hypnotherapie nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt machen. Bei einer nicht angemessenen Durchführung kann eine psychische Krise oder eine schubartige Verschlechterung der Krankheitsbilder ausgelöst werden.
Zwischen psychischen und körperlichen Prozessen gibt es Wechselwirkungen: Die körperliche Verfassung kann die Stimmung beeinflussen, psychische Konflikte und Störungen können zu vielfältigen psychosomatischen Beschwerden führen, bei denen keine körperliche Ursache erkennbar ist. Auch die Stärke der Schmerzempfindung wird von psychischen Faktoren mit beeinflusst. Dabei können die aktuelle Gemütslage, aber auch frühere Erfahrungen eine Rolle spielen. Es gibt zahlreiche psychotherapeutische Traditionen, z. B.:
Ein Erstgespräch mit einem qualifizierten Therapeuten kann die Orientierung erleichtern, welche Behandlungsform individuell angemessen sein könnte. Eine Psychotherapie darf nur von darin ausgebildeten Therapeuten durchgeführt werden. Mangelhaft oder zweifelhaft Ausgebildete sollten ebenso gemieden werden wie Menschen, die im Umfeld von Sekten arbeiten.
Bei tiefenpsychologischen orientierten körperorientierten Therapien wie Radix oder Bioenergetik können bei nicht kompetenter Anwendung schwere psychische Krisen und psychosomatische Beschwerden auftreten.