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eine Frau mit türkisem Trägertop sitz am Strand und meditiert, mit dem Rücken zur Kamera, im Hintergrund sieht man das Meer, die Wellen schlagen ans Ufer

Schmerztherapie in der Schwangerschaft und Stillzeit

Für die Schmerztherapie in der Schwangerschaft und Stillzeit stehen nicht medikamentöse und medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung.
Lassen es die Art und die Intensität des Schmerzes zu, so kommen primär nicht medikamentöse Behandlungsformen, dem Schwangerschaftsabschnitt angepasst, zum Einsatz. Wenn jedoch mit diesen Behandlungsmöglichkeiten keine zufriedenstellende Schmerzreduktion erreicht werden kann, ist eine medikamentöse Schmerztherapie erforderlich. Werdende und stillende Mütter stehen dem Einsatz von Arzneimitteln oft sehr unsicher und ängstlich gegenüber, da sie fürchten, ihr Kind könnte dadurch zu Schaden kommen. Durch die wissenschaftlichen Erkenntnisse der letzten Jahre wissen wir, welche Medikamente in der Schwangerschaft und Stillzeit als unbedenklich oder nahezu unbedenklich anzusehen sind und welche Arzneimittel ein Risiko für das Kind darstellen beziehungsweise gar nicht verabreicht werden dürfen. So können beispielsweise Lokalanästhetika, die in der Neuraltherapie oder bei Infiltrationen und Zahnbehandlungen angewendet werden, bedenkenlos während der gesamten Schwangerschaft und der Stillzeit zum Einsatz kommen.
Manche Medikamente können risikoarm nur in bestimmten Abschnitten der Schwangerschaft verabreicht werden. Andere Arzneimittel dürfen ohne Gefahr für das Kind während der gesamten Schwangerschaft eingesetzt werden, erfordern aber nach der Geburt eine intensivere Beobachtung des Neugeborenen. Erfahrungsgemäß ist die Verabreichung von Schmerzmedikamenten, die ein Risiko für das Ungeborene darstellen, nur in Extremfällen und damit äußerst selten erforderlich.
Etwa 3-5 von 100 Kindern weisen bei der Geburt Fehlbildungen auf, wobei die weitaus meisten dieser Fehlbildungen nichts mit einer Medikamenteneinnahme der Mutter zu tun haben.
Annähernd 15% aller diagnostizierten Schwangerschaften enden als Spontanabort. Die genannten Zahlen von Fehlbildungen und Spontanaborten werden als Basisrisiko angesehen, das auch für Schwangere ohne Medikamenteneinnahme gilt.* Dem gegenüber steht die wissenschaftliche, in zahlreichen Studien bestätigte Tatsache, dass ein anhaltender behandlungswürdiger Schmerz den Schwangerschaftsverlauf ebenfalls gefährden kann. Zögern Sie daher nicht, sich bei Schmerzen mit Ihrem Arzt in Verbindung zu setzen, er wird Sie über alle Details genau informieren und für Sie einen individuellen Behandlungsplan erstellen.

Für die Schmerztherapie in der Stillzeit stehen uns Medikamente zur Verfügung, die entweder gar nicht oder in so geringen Mengen in die Muttermilch übertreten, dass sie als unbedenklich für das Kind anzusehen sind. In den meisten Fällen kann mit diesen Arzneimitteln eine zufriedenstellende Schmerzlinderung erreicht werden. Ist in seltenen Fällen der regelmäßige Einsatz von schmerzstillenden Medikamenten erforderlich, die den Säugling beeinträchtigen könnten, muss das Kind sorgfältig beobachtet und bei Auftreten von Nebenwirkungen abgestillt werden. Ganz allgemein kann gesagt werden, dass Einzeldosen eines Schmerzmedikamentes in der Stillzeit bei reifen Säuglingen in den meisten Fällen völlig unbedenklich sind. Vorsicht ist jedoch bei Frühgeborenen geboten, da sich das Arzneimittel aufgrund der noch unreifen Nieren u.- Leberfunktion in ihrem Körper ansammeln und zu Nebenwirkungen führen kann.

Generell gilt, dass die Einnahme von Medikamenten in der Schwangerschaft und Stillzeit nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt erfolgen sollte.    

Autorin: OÄ Dr. Gabriele Grögl-Aringer