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eine Frau mit türkisem Trägertop sitz am Strand und meditiert, mit dem Rücken zur Kamera, im Hintergrund sieht man das Meer, die Wellen schlagen ans Ufer

Schmerz und Sexualität

Laut einer Umfrage 2014 zum Thema „Wichtigkeit von Sex in ausgewählten Ländern“ ist 75 % der Österreicher ein erfülltes Sexualleben wichtig. Sexuell nicht aktive Menschen berichten von einer niedrigeren Lebensqualität und einer geringeren Befriedigung im persönlichen, beruflichen und emotionalen Bereich. Rückenschmerzpatienten haben weniger Geschlechtsverkehr als andere Schmerzpatienten. Frauen sind stärker beeinträchtigt als Männer. Betrachtet man bei Schmerzpatienten die Qualität der Partnerbeziehung so zeigt sich bei Männern eine Zunahme des Streitverhaltens, während Zärtlichkeit und der Wunsch nach Gemeinsamkeit bei männlichen Schmerzpatienten abnehmen. Es gibt aber von genderspezifischen Blickpunkt her keine signifikanten Unterschiede. In Bezug auf die Sexualität wurde offensichtlich, dass das sexuelle Verlangen signifikant sinkt. Ebenso kommt es zu einer Reduktion des Austausches von Zärtlichkeiten. Die Wichtigkeit des Geschlechtsverkehrs sinkt ebenfalls. Generell kann gesagt werden, dass die Zufriedenheit mit der Sexualität durch die Erkrankung deutlich leidet. Das Fazit für die Praxis ist aber auch, auf das hohe Bedürfnis der Patienten, mit Ärzten und Therapeuten über dieses Problem zu sprechen, einzugehen. Weiteres haben Schmerzmittel wie Opioide Nebenwirkungen die Sexualität betreffend. Daher sollten Patienten über hormonelle Veränderungen, Einfluss auf das Immunsystem und über die mögliche Entwicklung einer Osteoporose durch Opioide aufgeklärt werden. Hierbei sollte eine genaue Anamnese hinsichtlich Libidoverlust, Amenorrhoe, erektile Dysfunktion, Muskelschwäche, Angststörung, Depression, Hitzewallungen, Nachtschweiß und Müdigkeit erfolgen. Das heißt, dass sowohl Schmerz an sich, aber auch Medikamente wie Opioide die Sexualität negativ beeinflussen.

Autor: Prim. Univ.-Prof. Dr. Rudolf Likar