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eine Frau mit türkisem Trägertop sitz am Strand und meditiert, mit dem Rücken zur Kamera, im Hintergrund sieht man das Meer, die Wellen schlagen ans Ufer

Unterschiedliche Schmerzarten

Je nach der Schmerzentstehung bzw. der Lokalisation der Schmerzursache kann man unterschiedliche Schmerzarten unterscheiden.

Vom sogenannten Nozizeptorschmerz sind neuropathische Schmerzen, die auf eine Schädigung des Nervensystems zurückgehen, abzugrenzen.

Zu den sogenannten Nozizeptorschmerzen zählen: 

  • Schmerzen in tiefen Geweben (Bewegungsapparat, Bänder, Wirbelsäule)
  • Schmerzen bei chronischen Entzündungen (Z.B. Gelenksrheumatismus)
  • Viszerale Schmerzen (z.B. Magendarmtrakt, Urogenitaltrakt, Herz)
  • Kopfschmerzen

Zu den neuropathischen Schmerzen zählen:

  • Schmerzen nach mechanischen Nervenverletzungen
  • Schmerzen nach metabolischen Schäden (z.B. diabetische Polyneuropathie)
  • Schmerzen nach Virusinfektionen (z.B. Postherpetische Zoster Neuralgie)
  • Schmerzen mit Beteiligung des sympathischen Nervensystems (z.B. das komplexe regionale Schmerzsyndrom)
  • Phantomschmerz
  • Schmerzen nach Verletzungen des zentralen Nervensystems (Querschnittslähmung, Thalamusläsion nach Schlaganafall)

 

Nicht somatisch bedingte Schmerzen

Körperliche Schmerzen können auch Ausdruck seelischer Belastung sein. Ist die Ursache rein seelisch spricht man von psychogenen Schmerzen. Rein psychogene Schmerzen kommen in der Regel sehr selten vor. Hinweise auf psychogene Schmerzen können sein: außergewöhnliche Belastungen durch berufliche oder private Konflikte, Annahme ausschließlich passiver therapeutischer Ansätze und Ablehnung aktiver Mitarbeit.

Chronische Schmerzen führen oft zu Ängsten, Depressionen und Mutlosigkeit mit den genannten Signalen, weshalb die psychogenen Ursachen auch überschätzt werden können. Beim chronischen Schmerz kann selten von rein körperlichen Mechanismen ausgegangen werden. Zahlreiche psychische Phänomene tragen zur Schmerzentstehung und Aufrechterhaltung bei. Ist das Schmerzgeschehen überwiegend psychisch bedingt, spricht man von psychosomatischen Schmerzen oder von somatoformer Schmerzstörung.

 

Autorin: OÄ Dr. Waltraud Stromer