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eine Frau mit türkisem Trägertop sitz am Strand und meditiert, mit dem Rücken zur Kamera, im Hintergrund sieht man das Meer, die Wellen schlagen ans Ufer

17. Österreichische Schmerzwochen: Mit Transdermalen Opioid-Systemen wirksam und sicher gegen Krebsschmerzen

Krebspatienten haben oft mit starken Schmerzen zu kämpfen. Eine aktuelle Studie bestätigt, dass für diese Patientengruppe transdermale Systeme mit den Wirkstoffen Fentanyl und Buprenorphin eine geeignete Therapieoption darstellen kann. Insbesondere für Patienten mit Schluckbeschwerden, gastrointestinaler Passagestörung sowie konstantem Schmerzrhythmus sind diese transdermalen Opioide das Mittel der Wahl bevor invasivere Behandlungsmethoden zur Anwendung kommen, berichtet die Österreichische Schmerzgesellschaft aus Anlass der Schmerzwochen 2018.

Wien, Horn, 5. Februar 2018 – Rund 60 Prozent der Krebspatienten leiden unter tumorbedingten Schmerzen, dazu kommen noch eine Reihe von Beschwerden aufgrund der Behandlung selbst, etwa Schmerzen durch langes Liegen, Punktionen oder die Entnahme von Gewebeproben. „Umso wichtiger ist ein gutes Schmerzmanagement, das die Patienten möglichst wenig mit zusätzlichen Injektionen, Kanülen oder starken Nebenwirkungen belastet und ihnen Bewegungsfreiheit gibt“, betont Oberärztin Dr. Waltraud Stromer (KH Horn), Vorstandsmitglied bei der Österreichischen Schmerzgesellschaft aus Anlass der 17. Österreichischen Schmerzwochen der ÖSG. Eine gute Option stellen daher Opioid-Systeme dar, welche die Wirkstoffe transdermal, also über die Haut abgeben. 

Eine neue Metaanalyse hat nun die vorhandene medizinische Literatur zu Schmerzpflastern auf Basis von Fentanyl und Buprenorphin ausgewertet, beides starken Opioide, die zur Behandlung von krebsbedingten Schmerzen eingesetzt werden. „Aufgrund ihrer geringen molekularen Masse, hohen Lipidlöslichkeit und guten analgetischen Effektivität sind sie ideal für die transdermale Therapie geeignet“, so die Expertin. 

In der Studie wurden die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu Buprenorphin-Pflastern für drei bis vier Tage Anwendungszeit und zu Fentanyl-Pflastern mit dreitägiger Anwendung verglichen. Dabei kristallisierten sich Vorteile und möglichen Anwendungsbereiche der beiden Substanzen heraus. 

Pflaster sorgen für konstante Schmerzlinderung

Die Untersuchung zeigt, dass transdermales Buprenorphin und Fentanyl unter Berücksichtigung von Nebenwirkungen und Anwendungsbeschränkungen eine gute analgetische Wirkung und Verträglichkeit haben. Die Therapie erlaubt konstante, langfristige Schmerzlinderung mit kontinuierlicher, kontrollierter Freisetzung von Opioiden über 72 bis 98 Stunden. Sie ist somit am besten für Patienten geeignet, die eine stabile Schmerzdämpfung über einen längeren Zeitraum benötigen. Die Akzeptanz der Schmerzpflaster ist hoch: „Vielen Patienten bevorzugen diese Therapieform, weil sie nicht-invasiv und leicht zu handhaben ist“, so Dr. Stromer. 

Die Schmerzmittel erster Wahl sind die Pflaster für onkologische Patienten, die nicht schlucken können, oral zu verabreichende Opioide nebenwirkungsbedingt nicht vertragen oder Probleme mit der Therapietreue haben. „Leiden die Betroffenen an einer Niereninsuffizienz, ist Buprenorphin die bessere Lösung,“, erläutert Dr. Stromer. Bei der Anwendung von Fentanyl muss bei einer Clearence unter 30ml/Min die Dosis um 25 Prozent reduziert werden. Transdermale Systeme bieten auch dadurch einen Vorteil in der Anwendung, da sie keinem first-pass-Effekt unterliegen und dadurch andere Arzneimittel nicht in der Resorption beeinträchtigen. Die stabile Wirkstoffkonzentration bei langen Dosierungsintervallen bedingt, dass auf Grund fehlender Plasmagipfel weniger opioidbedingte Nebenwirkungen in Erscheinung treten, wie zum Beispiel Schwindel. Da es sich hierbei um träge Systeme mit langsamer An- und Abflutung handelt, sind diese jedoch nicht zur akuten Schmerzbehandlung geeignet.

Vorteil in der Anwendung

Während Buprenorphin eine starke Wirksamkeit bei nozizeptiven und neuropathischen Schmerzen zeigt, kann Fentanyl vor allem zur Behandlung nozizeptiver Schmerzen eingesetzt werden.

„Buprenorphin verursacht weniger Obstipation als andere µ-Agonisten und keine Kontraktion des Sphinkter Oddi, daher kann dieses Opioid gut zur Behandlung viszeraler Schmerzen eingesetzt werden“, betont Dr. Stromer. 

Es beeinträchtigt die kognitive Funktion geringer als andere starke Opioide. Buprenorphin hat einen geringeren immunsuppressiven Effekt und besitzt im Gegensatz zu Fentanyl einen Ceiling-Effekt in Bezug auf eine Atemdepression. Die Substanz löst eine geringere Toleranzentwicklung aus und kann mit anderen µ-Agonisten kombiniert werden.

Quelle: Ahn JS, Lin J, Ogawa S,et al:  Transdermal buprenorphine and fentanyl patches in cancer pain: a network systematic review. J Pain Res. 2017 Aug 18;10:1963-1972. doi: 10.2147/JPR.S140320. eCollection 2017.

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