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eine Frau mit türkisem Trägertop sitz am Strand und meditiert, mit dem Rücken zur Kamera, im Hintergrund sieht man das Meer, die Wellen schlagen ans Ufer

17. Österreichische Schmerzwochen: Schmerzmanagement nach Operationen - Qualitätsindikatoren für bessere Versorgung, Nutzen von patientengesteuerten Therapieansätzen

Mit der Einführung von Qualitätsindikatoren zur Bewertung von Schmerztherapien lässt sich das Schmerzmanagement nach Operationen verbessern. Patientengesteuerte Therapiekonzepte sind ein wichtiger Teil von Behandlungsstrategien nach Operationen, berichtet die Österreichische Schmerzgesellschaft aus Anlass ihrer Schmerzwochen.

Wien, Salzburg, 7. Februar 2018 – Wie gut Schmerzen nach einer Operation behandelt werden, hat ein internationales Expertenteam untersucht. Das soeben veröffentlichte Ergebnis zeigt: Es gibt durchaus noch Optimierungsbedarf. Das postoperative Schmerzmanagement könnte besser sein, obwohl es durchaus evidenzbasierenden Empfehlungen gibt. „Oft weiß das behandelnde Personal noch zu wenig über die Schmerzen der Patientinnen und Patienten nach Operationen“, sagt einer der Studienautoren, Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Osterbrink, Vorstand des Institutes für Pflegewissenschaft und -praxis der Paracelsus Universität Salzburg, anlässlich der 17. Österreichischen Schmerzwochen. Die Einschätzung der Schmerzen ist laut der Studie unzureichend und somit auch die Behandlung nicht zufriedenstellend. Was fehlt, sind klare Instruktionen. „Damit Entscheidungsträger und Praktiker im Gesundheitswesen die Qualität des postoperativen Schmerzmanagements verbessern können, muss es effektiv überprüfbar gemacht werden“, so Prof. Osterbrink. Dazu braucht es Qualitätsindikatoren als quantitative Maßeinheiten. Mit ihnen lässt sich in der klinischen Praxis die Qualität der Behandlung der Patienten evaluieren und lenken. „Die Entwicklung und Einführung von Qualitätsindikatoren zum postoperativen Schmerzmanagement in Spitälern ist allerdings sehr komplex. Das größte Verbesserungspotenzial birgt die beständige Aus- und Fortbildung multidisziplinärer Behandlungsteams“, fasst  Prof. Osterbrink zusammen. Auch die aktive Einbindung der Patientinnen und Patienten in das Schmerzmanagement führe zu einer Verbesserung der klinischen Ergebnisse. Ob Änderungen in der Struktur und in den Abläufen die Qualität des Schmerzmanagements verbessern, muss regelmäßig überprüft werden. „Qualitätsindikatoren zeigen den gegenwärtigen Stand auf und helfen, Verbesserungen voranzutreiben. Zusätzlich können sie dazu verwendet werden, Benchmarks für das postoperative Schmerzmanagement in verschiedenen Gesundheitseinrichtungen zu erstellen“, so Prof. Osterbrink.

Innovatives Patienten-gesteuertes System


Eine neue Behandlungsoption soll gegen starke Schmerzen nach der Operation helfen: Unter dem Namen Zalviso steht ein neues Applikationssystem  zur Verfügung. Erwachsene Patientinnen und Patienten können damit ihre Schmerzen nach einer Operation im Krankenhaus selbst behandeln. Dafür platzieren sie, je nach individuellem Bedarf, per Knopfdruck über das Mundstück des Applikators eine Sufentanil-Tablette unter der Zunge. Das Opioid ist das derzeit stärkste zugelassene Schmerzmittel. „Die schmerzlindernde Wirkung soll mit dem neuen System ähnlich schnell einsetzen wie nach intravenöser Verabreichung“, erklärt Prim. Univ.-Prof. Dr. Rudolf Likar, Abteilungsvorstand der Abteilung für Anästhesiologie und Intensivmedizin am Klinikum Klagenfurt am Wörthersee und Generalsekretär der Österreichischen Schmerzgesellschaft.

Das System ist elektronisch vorprogrammiert und durch ein gechiptes Daumenpflaster personalisiert. Damit es zu keiner Überdosierung kommt, ist zwischen zwei Applikationen eine 20-minütige Sperrzeit eingebaut. „Die patientengesteuerte Analgesie hat mehrere Vorteile: Die Patientenzufriedenheit ist höher, die Schmerzintensität niedriger”, berichtet Prof. Likar.

Das Klinikum Klagenfurt verwendet seit einigen Monaten das neue System. Prof. Likar berichtet über die bisherigen Erfahrungen: „Die meisten Patientinnen und Patienten brauchten das System nur 24 statt der maximal vorgesehenen Behandlungsdauer von 72 Stunden. Sie kamen mit der Anwendung gut zurecht und waren mit der Wirkung zufrieden.” Voraussetzungen einer erfolgreichen Anwendung: Eine umfassende Personalschulung und eine gute Aufklärung der Patientinnen und Patienten.

Quellen: Meissner W, Huygen F, Neugebauer EAM,Osterbrink J, Benhamou D, Betteridge N, Coluzzi F, De Andres J, Fawcett W, Fletcher D, Kalso E, Kehlet H, Morlion B, Montes Pérez A, Pergolizzi J, Schäfer M: Management of acute pain in the postoperative setting: the importance of quality indicators. Curr Med Res Opin. 2018 Jan;34(1):187-196. doi: 10.1080/03007995.2017.1391081. Epub 2017 Nov 15.; Leto R, Miner J, Rafique Z, Tyler M: Comprehensive efficacy and integrated safety results from the late-phase clinical program of the sufentanil sublingual tablet 30 MCG dx.doi.org/10.1136/bmjopen-2017-EMSabstracts.40

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