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Um die Schmerzeinrichtungen in Österreich zu stärken und noch besser zu vernetzen, präsentiert Ihnen die ÖSG die Online-Serie „Leading Teams in der Schmerztherapie“. Pro Monat stellen wir Ihnen ein Team und die Leistungen einer oder mehrerer österreichischer Schmerzeinrichtungen vor.

 
 

Leading Team in der Schmerztherapie
Therapiezentrum chronischer Schmerz (TCS) im Herz-Jesu Krankenhaus, im Rabenhof Wien
März 2026

 
 
 


Ein neues medizinisches Zentrum für die Behandlung chronischer Schmerzen

Im Oktober 2025 wurde im Herz-Jesu Krankenhaus im Rabenhof Wien, das Therapiezentrum chronischer Schmerz (TCS) eröffnet. Das spezialisierte, interdisziplinäre Zentrum bietet Menschen mit chronischen Schmerzen eine evidenzbasierte ambulante Versorgung nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Jährlich können bis zu 750 Patient:innen neu aufgenommen werden.

Das TCS richtet sich an Personen mit komplexen chronischen Schmerzsyndromen, bei denen Einzelmaßnahmen – etwa eine rein medikamentöse Therapie – nicht ausreichend wirksam sind und Schmerzen Alltag, Funktion und Lebensqualität deutlich beeinträchtigen. Als Einrichtung der Schmerz-Versorgungsstufe 2 bietet das TCS koordinierte, multimodale ambulante Therapieprogramme für Patient:innen, die seit mehr als drei Monaten unter Schmerzen leiden. Für die Behandlung akuter oder neu aufgetretener Schmerzen ist das Zentrum nicht gedacht.

Zuweisung und Erstabklärung

Eine Behandlung im TCS erfolgt ausschließlich nach Terminvereinbarung. Zuweisungen erfolgen meist durch niedergelassene Ärzt:innen oder Spitalsambulanzen; Termine können auch über die Hotline 1450 oder die Website tcs-wien.at vereinbart werden. Vor Aufnahme prüft das TCS, ob die Voraussetzungen für eine Behandlung erfüllt sind. Beim Ersttermin werden Vorbefunde gesichtet, standardisierte Fragebögen eingesetzt und auf dieser Basis ein individuell abgestimmter Therapieplan erstellt.

Das TCS arbeitet eng mit zuweisenden Ärzt:innen, Primärversorgungszentren und Spezialambulanzen zusammen. Ziel ist eine durchgängige Betreuung auch über das Therapieprogramm hinaus, um eine nachhaltige Weiterbehandlung sicherzustellen.

Interdisziplinäre Teams, multimodale Therapie mit VR-Unterstützung

Unter der Leitung von Prim. Dr. Manfred Greher arbeiten im TCS interdisziplinäre Teams aus Ärzt:innen, diplomiertem Pflegepersonal, Psycholog:innen sowie Physio- und Ergotherapeut:innen zusammen. Die Therapie erfolgt multimodal und individuell angepasst.

 

Ärztlicher Direktor und Vorstand der Abteilung 
für Anästhesie, Intensivmedizin und SchmerztherapiePrim. Dr. Manfred Greher, MBA
Therapiezentrum chronischer Schmerz (TCS), Herz-Jesu Krankenhaus
A-1030 Wien, Rabengasse 8
T: +43 1 712 26 84-0


Zum Behandlungsspektrum zählen medizinische Maßnahmen, Physio- und Ergotherapie, psychologische Betreuung, Edukation, Entspannungs- und Schmerzbewältigungstrainings, Akupunktur, Biofeedback, therapeutisches Yoga sowie Virtual-Reality-(VR-)basierte Therapien. Im Bereich der VR-Therapien arbeitet das TCS auf dem neuesten Stand der Technik. VR-Anwendungen ermöglichen das Training von Bewegung, Entspannung und Körperwahrnehmung in virtuellen Umgebungen und unterstützen den Abbau von Schmerzgedächtnis, Vermeidungsverhalten und Bewegungsangst.

Interventionelle Verfahren wie Infiltrationen können ergänzend eingesetzt werden, stehen im TCS jedoch nicht im Vordergrund. Entscheidend ist die abgestimmte Kombination aller Therapiebausteine im bio-psycho-sozialen Gesamtkonzept.

Therapieziel selbstbestimmtes Leben

Die Therapiedauer richtet sich nach der individuellen Komplexität und erstreckt sich in der Regel über mehrere Wochen. Das TCS versteht multimodale Schmerztherapie als einen aktiven Prozess, der die Mitarbeit der Patient:innen voraussetzt. Ziel ist nicht primär vollständige Schmerzfreiheit, sondern eine verbesserte Bewältigung, Funktionsgewinn, Rückfallprophylaxe und ein selbstbestimmtes Leben trotz chronischer Schmerzen.

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